Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: EDV-Dompteur/Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Montag, 20. Februar 2017, 23:17

Asus Pro50 fährt nicht hoch

Hallo liebe Foren-Mitglieder,

motiviert von einigen kleineren Tüfteleien an Notebooks hat mich nun der Ehrgeiz gepackt, um etwas tiefer in die Materie zu schauen. Ich bin wirklich erst am Anfang, mir etwas Wissen anzueignen, deshalb seht mir bitte nach, wenn ich eine vermeintlich einfache Frage stelle bzw. nicht die korrekten Fachtermini verwende.

Ich beschäftige mich derzeit mit einem Asus Pro50, was seit längerem bei uns zu Hause defekt herumliegt. Es lässt sich nicht mehr starten, weshalb ich eigentlich auch erst auf den Beitrag "Schnellkurs Notebook-Reparatur - Stromversorgungsprobleme" aufmerksam geworden bin. So ganz "komplett tot" wie in dem Beitrag beschrieben steht, ist es aber dann doch nicht. Immerhin leuchtet die LED nach Einschalten. Außerdem konnte nach unzähligen Anschaltversuchen auch ein Hochfahren beobachtet werden. Auf dem Bildschirm war dann zu lesen, dass kein "bootable device" vorhanden sei, was auch logisch war, da ich die Festplatte entfernt hatte. Wie gesagt, dass ganz ist nicht reproduzierbar.

Nun habe ich mich aber dennoch an die Beschreibung gehalten und die einzelnen Punkte abgearbeitet. Ich hänge nun bei dem Schaltwandler für 5V und 3.3V.

Zunächst bin ich mir unsicher, ob ich überhaupt die richtigen MOSFETS und Spulen erwischt habe. Einen Plan für das Motherboard habe ich hier gefunden. Allerdings bin ich noch nicht gut im Lesen solcher Pläne. Ich vermute, dass auf Seite 43 der richtige Plan abgebildet ist.

(1) zeigt das Mainboard in der Gesamtübersicht. Der vermutete Bereich ist rot gekennzeichnet:


(2) Ausschnitt der Stelle, an der ich die betreffenden Spulen, Kondensatoren und MOSFETS vermute.



Nun zu meiner Beobachtung: Nach Anschluss des Netztsteckers konnte ich zu Beginn an der linken Spule (3R8 M84) eine Spannung von etwa 5V messen, an der rechten 3,3V. Insofern war ich erstmal darin bestätigt, dass ich die richtigen erwischt habe. Während der Messung habe ich aber aus Versehen den Power-Knopf gedruckt (befindet sich auf der anderen Seite) und musste feststellen, dass die Spannung abnimmt, z.B. von 5V auf ca. 2V. Nach mehrmaligen Steckerziehen und wieder Anbringen, konnte ich die Spannung nicht wirklich reproduzierbar messen. Zuletzt habe ich an der linken Spule wohl einen Kurzschluss verursacht (es gab einen kurzen Funken). Anschließend konnte an beiden Spulen keine Spannung mehr gemessen werden.

Meine Fragen an dieser Stelle:
1. Sind das die richtigen Bauteile des Schaltwandlers?
2. Wo befindet sich der zugehörige Schaltregler-IC?
3. Ist nach Einschalten (Powerknopf) eine Veränderung der Spannung an den Spulen zu erwarten? Ich vermute mal nein, da eine konstante Spannung sicher von Vorteil ist...
4. Welche Folgen könnte der vermeintliche Kurzschluss an der Spule haben?
5. Überprüfe ich die MOSFETS hier analog zu denen in der Eingangstufe ("+" an Source/Drain > "-" an Masse)? Hier sollte man ja auch wieder 19V erwarten...

Bin für jede Hilfe dankbar!

VG KEinstein

EDV-Dompteur

Administrator

Beiträge: 553

Wohnort: Hamburg

Beruf: Techniker

  • Nachricht senden

2

Dienstag, 21. Februar 2017, 00:50

Willkommen KEinstein!

Möge dieses Forum dazu beitragen, aus Dir ganz bald einen ZWeistein zu machen! :-)


Ich vermute, dass auf Seite 43 der richtige Plan abgebildet ist.
Korrekt.
Der Saft kommt von Seite 48, links. Geht dann über die dortigen beiden MOSFETs (PQ4809 und PQ4810) und wird zum Signal AC_BAT_SYS mit 19V-Pegel, aus dem auf Seite 43 die 5V und 3,3V erzeugt werden.
Ein übrigens sehr ungewöhnlich gezeichneter Schaltplan!

Und der Hersteller hat mal wieder beim Bestückungsaufdruck der Platine die Bauteilkennzeichnungen ausgelassen, denn sonst wäre es ja zu einfach, so ein MB zu reparieren. :-(


Während der Messung habe ich aber aus Versehen den Power-Knopf gedruckt (befindet sich auf der anderen Seite) und musste feststellen, dass die Spannung abnimmt, z.B. von 5V auf ca. 2V. Nach mehrmaligen Steckerziehen und wieder Anbringen, konnte ich die Spannung nicht wirklich reproduzierbar messen.
Ohh!?!
Hmmm, sind denn die MOSFETs PQ4809 und PQ4810 noch leitend? - Vermutlich nicht.
Wahrscheinlich hast Du unbemerkt einen davon gegrillt, so dass er hochohmig wurde. Aber dann wären auch die 19V vom Signal AC_BAT_SYS weg.


1. Sind das die richtigen Bauteile des Schaltwandlers?

2. Wo befindet sich der zugehörige Schaltregler-IC?

3. Ist nach Einschalten (Powerknopf) eine Veränderung der Spannung an den Spulen zu erwarten? Ich vermute mal nein, da eine konstante Spannung sicher von Vorteil ist...

4. Welche Folgen könnte der vermeintliche Kurzschluss an der Spule haben?

5. Überprüfe ich die MOSFETS hier analog zu denen in der Eingangstufe ("+" an Source/Drain > "-" an Masse)? Hier sollte man ja auch wieder 19V erwarten...
  1. Ja, das scheinen die richtigen Bauteile des Schaltwandlers zu sein (Angaben ohne "Vlinte", wegen der schlechten Bilder).
  2. Sicherlich auf der gegenüberliegenden Platinenseite.
    Das Bauteil mit der Bezeichnung PU6300 ist ein 30-poliger IC mit der Bezeichnung "TPS51020". Davon wird es so viele nicht geben, auf der Platine. Der IC ist eventuell nur mit "51020" gekennzeichnet, sowie kryptischem Allerlei. Das "TPS" ist eventuell nicht mit aufgedruckt.
  3. Nein, die 5V und 3,3V liegen immer an, sobald einfach nur das Netzteil eingeschaltet und angesteckt ist, unabhängig vom Power-Knopf und dem Einschaltzustand des Gerätes.
  4. Schaltregler sind ziemlich gut darin, Kurzschlüsse zu detektieren und dann sofort abzuschalten. Dennoch kann ein Kurzschluss (nach Masse) den vom Schaltregler angesteuerten Upper-MOSFET gekillt haben, oder einen der beiden Eingangs-MOSFETs (Seite 48).

    Theoretisch könntest Du sogar eine Überspannung produziert haben: Wenn du die Spule rechts nach Masse kurzgeschlossen haben solltest, und dann, während die Spule gerade voll bestromt war, der Kurzschluss weg fiel, dann wurde rechts, also auf dem 5V-Pfad, eine Überspannung induziert.
    Man könnte es ausrechnen, was dabei schlimmstenfalls passiert, aber das ist mir jetzt zu heftig.
  5. Die 19V (Signal AC_BAT_SYS) liegen nur am Drain des "Upper-MOSFET" stabil an, also dem oberen (PQ6301 für die 5V).
Das Gate von PQ6301 wird getaktet angesteuert. Tendenziell zwar ein Rechecksignal, aber stark verwaschen und nicht unbedingt mit fixer Frequenz, außerdem mit variablem Puls/Pausen-Verhältnis.
Source steuert die Spule an, in durchaus komplexer Signalform (abhängig vom Schaltregler, es gibt da irre Techniken heutzutage).

Der untere MOSFET, also QPQ6304, fungiert im Prinzip wie eine Diode! Aber wie eine nahezu ideale Diode, ohne den sonst üblichen 0,7V Verlustigung.

Die Spule PL6300 wird also von links per komplexer Spannungsform bestromt, wohingegen sich rechts eine wunderbar glatte Gleichspannung von 5V ergibt.
- Sind schon kleine Wunderwerke, diese Schaltregler! :-)
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

- Technische Fragen zu Eigenreparaturen bitte nur über das Forum stellen, nicht per E-Mail! -

Zur Zeit ist neben Ihnen 1 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

1 Besucher