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Montag, 25. Dezember 2017, 13:34

Acer Travelmate 8573 - Akku lädt nicht

Ich kämpfe seit einiger Zeit mit meinem Notebook. Der Akku wollte nach 3 Jahren nicht mehr laden, im Netzbetrieb lief das Notebook weiter ohne Probleme.
Ich habe zunächst einen neuen Akku gekauft, dasselbe Problem, auch bei 2 weiteren Akkus von anderen Herstellern das gleiche.
Ich dachte, dann muss es das Mainboard sein. Habe bei ebay ein neues Mainboard gekauft, eingebaut - das gleiche Problem.
Retourniert und aus China ein weiteres gebrauchtes Mainboard bestellt, eingebaut - das gleiche Problem.
Habe inzwichen den Schaltplan des Gerätes und will mich auf die Suche nach dem Fehler machen.
Ich vermute, dass im Bereich Ladeelektronik eine geplante Obsoleszenz vorliegt - drei Mainboards mit demselben Fehler.
Hat da jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht oder einen Tip, wo ich ansetzen soll.
Als Ladechip ist ein BQ 24707A verbaut.

3

Montag, 25. Dezember 2017, 17:02

Hallo Tommi,
habe ich zuerst gemacht.
Beide danach neu gekauften Mainboards wurden ohne cmos Batterie geliefert. Beim Zweiten habe ich auch das Bios neu geflashed.
Da sollte dann auch alles auf Anfang gestanden haben

EDV-Dompteur

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4

Montag, 25. Dezember 2017, 17:12

Ravi, Du hast jetzt also drei Akkus und drei Mainboards probiert und in allen Fällen wird der Akku nicht geladen?
- Hart!
Da kommen mir zwei Ursachen in den Sinn:
  1. Ein schräges Software-Problem.
  2. Ein Netzteil-Problem.
Boote mal testweise nicht von der Festplatte, sondern von einer bootfähigen CD, um jedweden Einfluss zerditschter Software auszuschließen.
Gemeinerweise kann es aber sein, dass der Akku auch dann nicht geladen wird, weil das Laden womöglich einen Treiber benötigt, den die Boot-CD nciht mitbringt ...
OK, also anders: Schaue mal in den Geräte-Manager und deinstalliere dort den Akku! Dann starte die Hardware-Erkennung. Gegebenenfalls den Treiber neu installieren.

Dann beäugel doch mal ganz kritisch die Spannungsqualität des Netzteils.
Es wäre denkbar, dass eine maue Ausgangsspannung zwar für den Betrieb am Netzteil reicht, darüber hinaus aber die Ladeschaltung nicht anspringt.

Nur am Rande sei es erwähnt (denn auf Acer trifft es nicht zu): Insbesondere bei Dell und HP ist der 19V-Stecker dreipolig. Da treten Ladeprobleme auf, wenn es ein Kontaktproblem am Mittelstift gibt.
- Wird bei Dir aber nicht der Fall sein, denn Dein Acer verwendet lediglich zweipolige Stecker/Buchsen. Wollte es nur erwähnt haben, weil da die Netzteile tatsächlich oft die Ursache für Ladeprobleme sind.

Teste auch mal, ob der Schaltwandler der Ladeschaltung überhaupt werkelt, siehe hier:
Das Testen der Ladeschaltung


Generell ist das Laden eines Noteook-Akkus eine komplexe Sache. Viel komplexer, als das Laden eines KFZ-Akkus.
Der Grund: Im Inneren eines Notebook-Akkus sitzt, zusätzlich zu den eigentlichen Akkuzellen, noch eine Elektronik, die erstens die Qualität jeder einzelnen Zelle überprüft (und die sehr dazu tendiert, den Akku aus Sicherheitsgründen tot zu schalten, wenn da etwas nicht stimmt) und die zweitens per I2C-Bus mit dem Mainboard kommuniziert.

Für das Laden ist dann zunächst einmal der Ladecontroller zuständig, aber der wird vom Emdedded Controller aktiviert/gesperrt, der seinerseits vom BIOS/UEFI geflüstert kriegt, was er zu tun hat.
(Ich verwende die Begriffe BIOS und UEFI übrigens stets synonym, da aus Sicht eines Elektronikers kein prinzipieller Unterschied besteht.)
Aus diesem Grund ist es auch möglich, dass sich Software auf das Laden auswirken kann, schließlich kann man ja auch von Windows aus das BIOS überschreiben.
Und es ist eben auch denkbar, dass der Laderegler nicht aktiviert wird, wenn das "Gespräch" per I2C-Bus unbefriedigend ausfiel ...
- Wird bei Dir aber nicht der Fall sein, nach nunmehr drei Mainboards und drei Akkus. Aber so als allgemeinen Hinweis wollte ich es an dieser Stelle erwähnt haben, um die Komplexität des Ladevorgangs mal zu umreißen.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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5

Dienstag, 2. Januar 2018, 11:01

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich hatte das Netzteil schon mit ca. 60 Watt belastet ohne einen Spannungsabfall zu messen, habe jetzt sicherheitshalber ein neues Netztril angeschlossen. Der gleiche Effekt.
Im Gerätemanger den Akku zu deinstallieren war mir auch schon bekannt. Software sollte es nicht sein. Ich habe seit Beginn des Problems ein Update von Win7 auf Win10 gemacht. Das hat auch nichts verändert.
Unter Linux wird der Akku auch nicht mehr geladen.
Zum Test der Ladeschaltung habe ich am Batterieanschluss einen der mittleren Pins mit einem 4,7k Widerstand auf Masse gelegt. Dadurch wurde an den äußeren Pins die Ladespannung von ca. 12 Volt angeschaltet.
Wenn ich dann den Akku einstecke wird der aber nicht geladen (Led blinkt, müßte aber konstant leuchten).
Ohne Akku messe ich an den Pins Batt_IN, Batt_SCL und Batt_SDA jeweils ca. 3,3Volt.
Der gleiche Effekt bei 3 Mainboards. Vielleicht ein öfter auftretendes Problem, was dazu führt, das das Notebook ausgeschlachtet wird. Beim überprüfen fällt der Fehler dann nicht direkt auf.
Ich habe keine Idee, wo ich weiter suchen soll, weil ich nicht weiß, wie der Laderegler gesteuert wird. Den Schaltplan des Notebooks habe ich.

EDV-Dompteur

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6

Dienstag, 2. Januar 2018, 13:40

Dadurch wurde an den äußeren Pins die Ladespannung von ca. 12 Volt angeschaltet.
Der BQ24707 kann eine bis vier Zellen in Reihe laden.
12V wäre die korrekte Ausgangsspannung für drei Zellen in Reihe. Das erscheint plausibel.
Was passiert denn mit den 12V, wenn Akku und Netzteil angeschlossen sind?


Ich habe keine Idee, wo ich weiter suchen soll, weil ich nicht weiß, wie der Laderegler gesteuert wird. Den Schaltplan des Notebooks habe ich.
Hmm, Du hast den Schaltplan (und Du wirkst auch kompetent), siehst aber dennoch kein Land?
Das Datenblatt des BQ24707 gibt es hier:
http://pdf.dzsc.com/2017/20161120/20161120055912210317.pdf

Du müsstest Dich mal anhand des Datenblattes durch die einzelnen Pins des Ladereglers hangeln (die Seiten 3 und 4) und kontrollieren, ob die jeweiligen Spannungen mit dem überein stimmen, was laut Datenblatt für einen ordnungsgemäßen Ladebetrieb erforderlich ist.
Am besten die beiden Seiten ausdrucken und dann die gemessenen Spannungen von Hand eintragen.

Dann in Ruhe das Datenblatt studieren, um die Sollwerte heraus zu finden. Diese ebenfalls in den Ausdruck eintragen. Der Vergleich der Soll- und Ist-Werte gibt dann Aufschluss über die Macke.
So hast Du auch gleich alles dokumentiert, falls noch einmal ein Fehler auftreten sollte (sollte ich mir selbst mal angewöhnen, so vorzugehen).


Ich hatte übrigens mal den kuriosen Fall, dass in einem Kundenrechner der Akku nicht geladen wurde, wofür ich ganz schlicht den Akku höchst selbst als verantworttlich betrachtete.
Der Kunde besorgte daraufhin einen neuen. Doch dieser legte den Rechner gleich komplett tot! Voller Kurzschluss
OK, kann ja mal sein, dass China-Schrott auf den Markt kommt. Also wurde ein weiterer Akku besorgt, von einem anderen Händler. Auch der machte Zicken (weiß nicht mehr genau welcher Art).
Also insgesamt drei Akkus und alle hatten ihre Macken.
Ich habe mich daraufhin sicherheitshalber ganz ausgiebig mit der Ladeschaltung beschäftigt, diese aber für einwandfrei befunden.

Dass ein Akku nach drei Jahren nicht mehr mag, kann vorkommen. In aller Regel hilft dann ein neuer. Es ist natürlich riesiges Pech, wenn neu angeschaffte Akkus dann ebenfalls (und sogar auf andere Art) zicken. Aber ich halte so ein Fall für zumindest wahrscheinlicher, als dass drei Mainboards eine Macke haben.

Ich sah mal ein YouTube-Video, wo jemand eine billige Power-Bank aus China öffnete, um der Sache auf den Grund zu gehen, warum diese eine deutlich zu geringe Kapazität hatte. In Power-Banks sind übrigens typischerweise die gleichen Zellen verbaut, wie in Notebooks.
Das "krasse" Resultat: Manche der Zellen waren mit Sand gefüllt! Ja, einfach mit Sand!
All solche Sachen gibt es.

Oh, auf Anhieb gefunden; bezüglich Sandfüllung gibt es mehrere Videos (kleine Auswahl):
https://www.youtube.com/watch?v=Fn_lu-jEv9k
https://www.youtube.com/watch?v=jus4l3WAGA8

Fakes diverser Art kommen natürlich auch bei Notebook-Akkus vor:
https://www.youtube.com/watch?v=_1KkcbGAPzo
https://www.youtube.com/watch?v=gy6I5WKOQ3A
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7

Sonntag, 7. Januar 2018, 18:21

Die ersten beiden Akkus waren Marke Peltec, in Deutschland gekauft, die hatte ich schon vorher mal in einem HP-Notebook erfolgreich eingesetzt, der letzte, ein teures Exemplar (über €60) von IPC-Computer. Daran sollte es nicht liegen.
Alle, einschließlich Originalakku, werden vom Acer-Softwaretool (Acer Care Center) als in Ordnung getestet.
Ohne Akku eingebaut liegt an der +Klemme der Akkuschnittstelle 12 Volt an.
Wenn ich den Originalakku einlege bleibt für 5 Sekunden 12 Volt an der + Klemme, dann sinkt die Spannung langsam auf 0 Volt.
Bei den anderen Akkus wird die Spannung des halbvollen Akkus, also 10,9 angezeigt.
Dann habe ich versucht mit dem Widerstand angeschlossen bei ausgebautem Akku einen Ladestrom zu messen. Aber ohne Erfolg.
Meine erste Diagnose: Entweder Kondensator oder Fet im 12 Volt Wandler oder ein Problem in der Steuerung des Wandlers.
Das Messen am Chip ist echt eine Herausforderung! Selbst mit Lupe und Nadel. Da bin ich noch nicht entscheidend weiter.
Meine Elektronikerfahrungen kommen aus der Tonstudiotechnik. Da geht alles etwas größer zu.

EDV-Dompteur

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8

Montag, 8. Januar 2018, 11:28

Wenn ich den Originalakku einlege bleibt für 5 Sekunden 12 Volt an der + Klemme, dann sinkt die Spannung langsam auf 0 Volt.
Klingt danach, dass der Wandler prinzipiell zwar läuft, aber aus irgend einem Grund abschaltet.


Dann habe ich versucht mit dem Widerstand angeschlossen bei ausgebautem Akku einen Ladestrom zu messen. Aber ohne Erfolg.
Das geht so einfach auch nicht. Jedenfalls nicht bei jedem Akku.
Die direkt im Akku verbaute Elektronik hat oft einen MOSFET in Reihe, der nur dann durchschaltet, wenn die Elektronik der Überzeugung ist, an einen PC angeschlossen zu sein ...

Das ist ja der Mist: PC und Akku kommunizieren per I2C. Wenn die sich irgendwie nicht verstehen, dann geht "goa nix".


Das Messen am Chip ist echt eine Herausforderung! Selbst mit Lupe und Nadel.
Ja, das ist es!
Und mit einer einfachen Diagnose kann ich da leider auch nicht dienen, Du musst da leider durch!

Nur zwei kleine Tipps:
  1. Nur bei wenigen Anschlüssen besteht die Notwendigkeit, direkt am Chip zu messen. Die meisten Anschlusspins führen ja auf ganz kurzem Weg zu anderen Bauteilen. Einfach mal die Leiterbanhnen verfolgen. Es ist viel bequemer und sicherer, die Messspitze an benachbarten Kondensatoren, Widerständen etc. anzusetzen, als am Chip selbst.
  2. Wenn mal unvermeidbar direkt am Chip gemessen werden muss, dann hilft es, dort einen Streifen Kapton (oder zur Not Tesa) über die Pinreihe zu kleben und am Messpunkt das Klebeband mit der Messnadel zu durchstoßen. Das reduziert die Gefahr des Abrutschens ganz erheblich!

Und wenn Du gar kein Land siehst, dann wäre es noch eine Überlegung wert, auf den Akku zu husten und das Gerät in mobilem Einsatz aus einer externen Power-Bank zu speisen.
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