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Dienstag, 31. Oktober 2017, 13:37

Hallo zusammen

Hallo zusammen,

gerne möchte ich mich zunächst vorstellen. Ich bin 49, komme aus dem Raum um Schwäbisch Hall im Süden von Deutschland. Beruflich bin ich zwar feinmechanisch unterwegs habe aber mit Elektronik nichts zu tun. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Linux in unterschiedlichen Versionen und auf verschiedenen Rechnern. Aktuell betreibe ich einen ASUS Laptop K50AF, womit ich auch zu meiner Frage oder dem dahinter stehenden Problem kommen möchte.
Der Laptop stand jetzt einige Wochen unbewegt in seiner Tasche und wurde nicht benutzt. Vor ein paar Tagen dann, habe ich das gute Stück ausgepackt und eingeschaltet. Nach dem Einschalten, leuchtet die Power LED unter dem Schalter und an der Vorderseite des Laptop. Kurz darauf hört man wie das DVD Laufwerk reagiert. Das war es dann aber auch. Keine Meldung auf dem Bildschirm, kein Bootvorgang, kein BIOS...nichts. Lasse ich den Laptop in diesem "eingeschalteten" Zustand ca. 10-15 Minuten stehen, hört man wie der Prozessorlüfter anfängt seine Arbeit zu verrichten. Der Laptop wird etwas warm. Dann die Powertaste nochmal für 4 Sekunden drücken, der Laptop schaltet wieder ab. Wiederholtes drücken und der Laptop bootet ganz normal.
Ich habe dann die Unterseite des Laptop 's geöffnet, den Akku entfernt und die Hauptplatine mit einem Föhn etwas erwärmt. Siehe da, das Gerät startet sofort. Ich vermute die Elektrolyt-Kondensatoren auf der Hauptplatine. Wie ist eure Meinung?

Viele Grüße Hebbe.

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2

Dienstag, 31. Oktober 2017, 16:27

Hallo Hebbe,

das klingt verdächtig nach vom Board abgerippten Pins des Grafikchips. In meinen Augen ist so etwas als Totalschaden anzusehen.
Es gibt zwar Dienstleister, die diese Art von Reparaturen anbieten (ca. 100,- bis 160,- EUR), aber ich tue es nicht (mehr) und rate auch davon ab, es machen zu lassen.

Wenn meine Vermutung mit dem Grafikchip zutrifft, dann ist der Fehler typischerweise abhängig von der Temperatur und von mechanischen Einflüssen.
"Mechanische Einflüsse" heißt, dass mitunter schon geringes Durchbiegen, oder Verwinden des Mainboards eine Veränderung des Zustands bewirkt. Oder das dezente Abklopfen mit der Rückseite eines Schraubendrehers.


Falls obiges nicht zutreffen sollte:
Manchmal liegt auch nur ein völlig banaler Fehler vor: das Zünden eines parasitären Thyristors innerhalb eines Chips.
Solche Macken verschwinden tatsächlich ganz von selbst, wenn man lediglich alles mal komplett stromlos macht und auch die Kondensatoren entlädt.
Das Erwärmen mit dem Föhn beschleunigt das Abfließen von Restladungen; es gibt dazu aber natürlich auch bessere Methoden.
Jedenfalls würde das Gerät sofort wieder anstandslos laufen, wenn so ein parasitärer Thyristor erst einmal "gelöscht" ist und anschließend wieder Spannung angelegt wird.


Falls möglich, solltest Du sicherheitshalber mal das BIOS neu flashen.
Manchmal ist im EEPROM ein Bit "gealtert" und "auf der Kippe" - es wird dann nicht mehr zuverlässig als Null bzw. Eins ausgelesen. Auch solche Effekte sind durchaus temperaturabhängig.
Nach dem Neu-Flashen sind alle Bits wieder "frisch".
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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3

Dienstag, 31. Oktober 2017, 18:29

Hallo EDV Dompteur,

vielen Dank für deine Antwort, auch wenn mir diese nicht sehr viel Mut macht. Offensichtlich lag ich mit meiner Annahme der gealterten ELKO ś etwas daneben. Nun, meine bescheidenen Elektronikkenntnisse sind ja auch noch aus dem letzten Jahrtausend. :-)
Das mit dem völligen Entladen, hatte ich schon probiert. Netzteil und Akku entnommen und den Einschaltknopf für längere Zeit betätigt und gehalten. Leider ohne Erfolg. Nach dem Anschließen an das Netzteil zeigt sich die selbe Reaktion wie zuvor.
Bezüglich des Grafikchips, ist es so das im Laptop eine ATI Mobility Radeon HD 5145 mit 512 MB verbaut ist. Also kein onboard Chip. Ich weiß nicht in wie weit sich das auf die Theorie mit den abgerippten Pins auswirkt.
Das mit dem BIOS neu flashen, habe ich noch nicht getestet und muss mich da auch erst mal einlesen wie das überhaupt funktioniert.
Den Laptop auf den Schrott zu werfen, würde mich sehr ärgern, da es an sich ein prima Gerät ist. Vor allem die verbaute Grafikkarte gibt einem auch die Möglichkeit doch ab und an auch mal eine etwas einfachere 3D Anwendung zu verwenden. Ich will ja nicht von Spielen reden. Vor allem wird sie auch gut von meinem Linux unterstützt.

So schnell gebe ich aber noch nicht auf. Sollte ich eine Lösung finden, werde ich sie auf jeden Fall hier schreiben.

Beste Grüße Hebbe

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4

Dienstag, 31. Oktober 2017, 19:31

Bezüglich des Grafikchips, ist es so das im Laptop eine ATI Mobility Radeon HD 5145 mit 512 MB verbaut ist. Also kein onboard Chip.
Hmm, heißt das, Du bist Dir sicher, dass bei Dir das Display direkt vom gesockelten Prozessor angesteuert wird und die Signale nicht zuvor noch über einen BGA-Chip laufen?

Ich habe noch nie einen K50AF in Raparatur gehabt, mir aber eben auf eBay Bilder angeschaut. Es war nicht ganz eindeutig erkennbar, wegen noch vorhandener Wärmeleitpads und schwarzer Folie und so, aber offensichtlich beinhaltet der Chipsatz BGAs und einer davon sieht mir sehr nach Grafik aus.
Genaueres verrät natürlich der Schaltplan. Muttu mal suchen ...

Den Laptop auf den Schrott zu werfen, würde mich sehr ärgern, da es an sich ein prima Gerät ist. Vor allem die verbaute Grafikkarte gibt einem auch die Möglichkeit doch ab und an auch mal eine etwas einfachere 3D Anwendung zu verwenden.
Jetzt erwähnst Du sogar eine Grafikkarte ...
Der Rechner hat doch ganz offenbar gar keine Grafikkarte, sondern bestenfalls (aber nicht unbedingt) einen Grafikchip.
Und Grafikchips kenne ich auschließlich nur im BGA-Gehäuse, also empfindlich gegenüber dem gefürchteten "Ripp-up".


Und wegwerfen musst Du das Gerät selbst im schlimmsten Fall nicht.
  1. Möglichkeit: Das Ding bei eBay als defekt verkaufen, in der Hoffnung, dass ein Glücksritter, der mal im Internet von dem berühmten Backofen-Reflow gelesen hat, sich nun im Glauben wiegt, er könne mit dieser Methode solche Defekte ganz easy reparieren und ein Schnäppchen machen, mit dem Kauf eines Defektgerätes.
  2. Möglichkeit: Du besorgst Dir ein neues Mainboard.
    Problem dabei: Mainboards von eBay sind in aller Regel "refurbished". Was das im Einzelfall heißt, da kann man nur raten und ich rate mal: Ein solches MB wurde einem Reflow am Grafikchip unterzogen ...

Generell kann man natürlich immer mal das Glück haben, dass ein (ordnungsgemäßer) Reflow das Problem dauerhaft beseitigt.
Meine Erfahrung - auch mit Fremdanbietern - lehrt aber leider, dass man statistisch gesehen derart häufig ganz bald wieder Ärger damit bekommt, dass es IMHO besser ist, sich den Zirkus zu sparen.

Aber noch wissen wir ja gar nicht genau, was Dein Gerät für Kummer hat.
Vielleicht bringt ja schon ein BIOS-Flash die Erlösung.
Muttu mal auf der Website von Asus im Servicebereich schnuppern. Mit etwas Glück gibt es da neben der nötigen BIOS-Datei auch eine Anleitung, wie dazu vorzugehen ist.
Oder eine Suchmaschine bemühen.
Oft findet sich auf YouTube ein passendes Video. Seltener in deutscher Sprache, häufiger in Englisch, also einfach mal englische Suchbegriffe probieren.
Ein Geheimtipp von mir ist auch die Suche in russischer Sprache (ja, das Leben ist schon voller Hürden, ich weiß!).
Warum auch immer, aber die Russen reparieren jeden technischen Krempel wie die Weltmeister. Und sie haben genauso wenig Hemmung ihr Wissen zu teilen, wie ich.
Es tut gar nicht weh, seine suchbegriffe mal durch einen Online-Übersetzer zu jagen. Und bei den Videos muss man auch nicht unbedingt die Sprache verstehen, wenn das Gezeigte schon vom Zuschauen her hinreichend aussagekräftig ist.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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Sonntag, 5. November 2017, 14:44

Hallo, und vielen Dank für die Info.

Entschuldigung bitte für meine Unwissenheit. Natürlich handelt es sich im Laptop nicht um eine extra Grafikkarte sondern um einen Grafikchip von ATI.

Das BIOS habe ich auf den aktuellen Stand gebracht, was auch kein Problem darstellte. Leider blieb die erhoffte Besserung bzw. das Starten des Laptops ohne ihn zunächst vorwärmen zu müssen aus.

Ich fürchte es bleibt mir nichts anderes mehr übrig als im Internet weiter zu suchen, einen neuen Laptop zu erwerben oder mit der "Vorwärmphase" zu leben.

Besten Dank für deine Bemühungen
Viele Grüße Hebbe

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6

Sonntag, 5. November 2017, 17:12

Hallo Hebbe,

es wäre denkbar, aber für Dich wahrscheinlich schwer machbar, die Fehlerstelle einzugrenzen, durch gezielte Erwärmung kleiner Abschnitte der Platine.

Mit einer SMD-Heißluftstation ist das kein größeres Problem, aber die hast Du wohl nicht (ich schon).

Dummerweise habe ich aber auf Wochen absehbar keine Zeit, um mir so einen insgesamt doch schwierigen Kandidaten mal vorzuknöpfen. Es tut mir Leid, aber ich kann Dich da nicht besser unterstützen; ich bin derzeit einfach zu stark ausgelastet, mit einem größeren Projekt.
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