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Mittwoch, 29. März 2017, 09:27

Notebook-Display Fehlfarben

Hallo zusammen,

ich habe ein Notebook das vor einiger Zeit anfing, von einem Tag auf den nächsten, dass das Display total pixelige Fehlfarben darstellt.
Ich habe zur Veranschaulichung ein paar Fotos: https://goo.gl/photos/qYiVt6DmhYUnfo1h6

Um herauszufinden woran es liegt, bin ich einigermaßen systematisch vorgegangen:

* Das Problem existiert schon im BIOS, ist also kein Treiber oder Windows Problem
* Das Tauschen des Displays brachte keine Änderung.
* das Notebook hat 2 Grafikkarten (interne Intel und zusätzlich ne AMD) das Phänomen tritt bei beiden auf (Spiele fullscreen über die AMD und windows Oberfläche ganz normal über den Intel Chipsatz)
* Das Problem tritt nicht an einem externen Monitor auf, wenn ich einen anschließe
* Ich habe jegliche andere entfernbare Hardware entfernt (Festplatte, WifiModul, DVD-Brenne ) etc. - keine Veränderung
* Ich habe jedes Kabel und jeden Stecker der irgendwie zum Display geht oder was damit zu tun haben könnten abgetastet um zu sehen ob es irgendwo einen Wackler o.ä. gibt. Jedoch habe ich keine Stelle gefunden, deren Berühren irgendwas am Bild ändern würde.

Jetzt gehen mir die Ideen aus. An was kann dieses Phänomen liegen?
Ist so etwas reparabel?
Ach ja, falls es wichtig ist, es handelt sich um folgendes Notebook: Amazon Link

Wäre für jeden Tipp dankbar

Grüße
Mirko
Was ich so in letzter Zeit gebastelt habe: www.napalm.de

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2

Mittwoch, 29. März 2017, 15:46

Hallo Napalm, willkommen im Forum!

Da hast Du aber eine wirklich vorbildlich exakte Fehlerbeschreibung abgeliefert, echt klasse! :190:

Der Fehler ist ja ein echt haariger Kandidat, aber so viel scheint klar: er wird wohl im LVDS-Bereich sitzen.
Wohingegen der VGA-Port, zum externen Monitor, beim Lenovo G510 direkt vom Prozessor bedient wird, nicht vom Grafikchip.

In Frage kommen derzeit noch:
  1. Das Gespann aus Intel Haswell Prozessor und AMD Mars Grafikchip.
  2. Der LVDS-Translator-Chip (RTD2132), der zwischen dem Intel Haswell und dem Steckverbinder zum Display sitzt.
  3. Das Kabel zum Display (auch wenn Wackeln keine Veränderung brachte).
  4. Beide Steckverbinder dieses Kabels, insbesonderere die Mainboard-seitige.
  5. Die Spannungsversorgung für das Display. Diese könnte mit schlecht gefiltertem Stördreck verseucht sein.

Zu Punkt 1:
Um herauszufinden, ob es am Grafikchip liegt (vom Mainboard abgerippte Pins - häufiger Fehler), kannst Du den Chip im laufenden Betrieb mal satt erhitzen. Dazu den Chip ohne Kühlkörper betreiben und mit dem Föhn voll drauf halten.
Der Föhn erhitzt zwar, aber er verhindert auch eine gar zu starke Erhitzung, denn sobald der Chip heißer wird, als die Temperatur des Föhns, wird er von diesem "gekühlt".
Wenn sich bei diesem Test am Bild irgend etwas verändert, dann liegt es am Grafikchip. Und dann rate ich dazu, das Gerät aufzugeben.

Zu Punkt 4:
Beim Displaykabel kannst Du jetzt nicht mehr tun (gewackelt hast Du ja bereits), als mal die Stecker und Buchsen unter sehr starker Vergrößerung ganz genau zu betrachten.
Manchmal gibt es da verbogene Pins , die sich auch beim Wackeln am Stecker nicht verraten.
Punkt 2 (Kabelbruch) ist dagegen sehr unwahrscheinlich, zumal Du ja schon gewackelt hattest.

Zu den Punkten 2 und 5:
Da wirst Du ein Oszilloskop benötigen. Punkt 5 ist damit noch leicht überprüfbar, wohingegen Punkt 2 schwierig wird, weil Du es mit winzigen Messpunkten zu tun bekommst, an denen Du zudem noch differenziell messen musst. Weiterhin sind die zu erwartenden Frequenzen sehr hoch, weswegen ein mageres Billigst-Oszi nicht hilft.

Mache also mal den simplen Test mit dem Föhn und betrachte die Stecker/Buchsen ganz genau.

Versteckter Text Versteckter Text

Dieser Text wurde vom Autor versteckt.


Edit: Die Punkte 1 und 2 der obigen Aufzählung korrigiert. Ich hatte da zunächst zu oberflächlich in den Plan geschaut.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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3

Mittwoch, 29. März 2017, 19:29

Wenn es am externen Display nicht Auftritt, dann ist es der LVDS Chip...

Das hatte ich selber so ähnlich als Bild.

Dieser sollte mit etwas Geschick und auch dem nötigen Werkzeug reparabel sein.

Der ist so ziemlich ähnlich zu dem, der bei mir auf dem Board verbaut ist.

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4

Mittwoch, 29. März 2017, 19:59

Wenn es am externen Display nicht Auftritt, dann ist es der LVDS Chip...
Das sehe ich aber nicht so, dass es zwangsweise dieser Chip ist.
Er ist natürlich eine der von mir aufgeführten, möglichen Fehlerursachen; aber halt nur eine davon.

Wenn der LVDS-Translator ein Eingangssignal gar nicht erst nicht erhält, weil der entsprechende Pin am Mainboard vom Grafikchip abgerippt ist, dann kann der Translator kein vernünftiges Ausgangssignal generieren.
Oder wenn ein Ausgangssignal des Translators gar nicht erst am Display ankommt, weil in der Buchse zum Displaykabel eine Kontaktzunge hinüber ist, dann wäre das sichtbare Resultat wiederum identisch, wie bei einem defekten Einzelausgang des Translators.


Es wäre interessant, mal an einem intakten Gerät einen Pin des Translators abzulöten und zu isolieren, um dann zu schauen, wie sich das im Ergebnis konkret bemerkbar macht.
Wenn man das für jeden einzelnen Eingangs- und Ausgangspin mal durchexerziert und das jeweilige Resultat dokumentiert, dann wüsste man künftig noch genauer, wo man suchen muss.

Wenn diese Steckverbinder am Mainboard zum Display einheitlich wären, dann hätte ich schon längst mal ein Testgerät gebaut, das man dort einfach ansteckt.
Wobei: Wenn so ein Gerät dann einen Fehler detektiert, wüsste man noch immer nicht, ob es am Translator liegt, oder an einem abgerippten Pin des Grafikchips ...
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5

Donnerstag, 30. März 2017, 09:40

Hallo zusammen,

also zuerst wollte ich mich mal dafür bedanken, dass ihr euch die Zeit genommen und so ausführlich geantwortet habt.

Ich hätte da noch ne kurze Zwischenfrage:

Da das Notebook 2 Grafikkarten hat (intel und ne AMD) müsste das Problem nicht verschwinden wenn ich ein Game fullscreen mit der AMD Grafikkarte laufen lasse und der Fehler Punkt 1 oder 2 wäre, oder betrifft zumindest Punkt 2 beider Karten?
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6

Donnerstag, 30. März 2017, 12:04

Edit: Achtung, dieses Posting enthält Fehler in meiner Beschreibung der Architektur. Ich hatte es in purer, (jedoch falscher) Erinnerung des Schaltplans verfasst.
Ich editiere das hier jetzt nicht - in Posting Nr. 8 klärt sich der Irrtum.



Da das Notebook 2 Grafikkarten hat (intel und ne AMD)
Grafikkarten wüde ich es nicht nennen.
Das Gerät hat nur das Mainboard, aber keine dedezierten Karten.

Auf dem Mainboard befindet sich einerseits der AMD-Prozessor, der schon von sich aus "so'n Büsch'n" Grafikausgabe schafft (aber nur zum VGA-Port).
Weiterhin ist aufs Mainoard noch ein Grafikchip von Intel gelötet, der das interne Display ansteuert, wobei die Signale zuvor noch über den LVDS-Translator laufen.


müsste das Problem nicht verschwinden wenn ich ein Game fullscreen mit der AMD Grafikkarte laufen lasse und der Fehler Punkt 1 oder 2 wäre, oder betrifft zumindest Punkt 2 beider Karten?
Alle 5 von mir aufgelisteten, möglichen Fehlerursachen wirken sich aufs Display aus, aber nicht auf einen externen Monitor.

Ich weiß nicht, ob Du mit dem Schaltplan etwas anfangen kannst, aber darin sieht man, was Sache ist:
Vom AMD-Prozessor führen Grafiksignale zum VGA-Port. Das ist ein prima "Notnagel", falls der Grafikchip spinnt, oder man aus anderem Grund Probleme mit dem Display hat. So bekommt man immerhin auf externem Monitor noch ein Bild. Einen Notnagel nenne ich es deshalb, weil der Prozessor nicht sonderlich leistungsstark ist, in Bezug auf Grafik-Berechnung.

Im Normalfall betreibt man ja aber auch keinen externen Monitor, sondern das interne Display. Dieses wird auf leistungsstärkere Weise angesteuert; da ist der Signalweg folgender:
Die Daten werden vom AMD-Prozessor grob vorgekaut zum Intel Grafikchip geschickt, der mit seiner eigenen Rechenpower den Prozessor entlastet und die vielen komplizierten Lichtbrechungen etc. berechnet. Mit den vom Grafikchip nun fein verdauten, leistungsstarken Ausgangsdaten kann das Display aber rein elektrotechnisch nichts anfangen, weil es andere Spannungspegel benötigt (LVDS).
Darum sitzt zwischen Intel-Grafikchip und Display noch ein nunmehr dritter Chip: der LVDS-Translator.
Dessen Ausgang führt zur Buchse für das Displaykabel; von dort geht es (oh Wunder!) ins Displaykabel und dieses endet logischerweise im Display.

Der Signalweg zum internen Display umfasst also die Punkte 1-4 meiner Aufzählung aus Posting 2.
Als zumindest denkbarer, fünfter Punkt kommt noch die Spannungsversorgung für das Display hinzu.

Wenn einer dieser fünf Punkte zuschlägt, dann hast Du unweigerlich ein Bildproblem auf dem internen Display, aber nicht auf dem externen Monitor, weil dieser am VGA-Port hängt, der direkt vom AMD-Prozessor bedient wird - worauf alle fünf möglichen Feherpunkte keinen Einfluss haben.
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7

Donnerstag, 30. März 2017, 13:10

Hi,
laut Deiner Beschreibung hört es sich an, als wäre der AMD Grafikprozessor der schlechte und die CPU/GPU Intel GraKa die Gute.
Ich denke doch dass es sich gerade umgekehrt verhält.

Aber das tut ja hier nix zur Sache.

Mir ging es nur darum ob der Ausgang beider GraKas über den gleichen LVDS-Translator gehen. Wenn Du sagst das ist so, dann ist damit meine Frage geklärt.

Ne, mit dem Schaltplan kann ich wahrscheinlich nix anfangen. Einfache Schaltpläne sind noch OK, aber so komplex Geräte, das ist oberhalb meiner Liga.
Ich bin Softwareentwickler 8-) Ich könnte ein Testprogramm für die beiden GraKas schreiben ;-) aber dazu muss ich i.d.R. keinen Schaltplan lesen :-D

Gruß Mirko
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8

Donnerstag, 30. März 2017, 14:55

laut Deiner Beschreibung hört es sich an, als wäre der AMD Grafikprozessor der schlechte und die CPU/GPU Intel GraKa die Gute.
Ich denke doch dass es sich gerade umgekehrt verhält.
Jetzt ist die Verwirrung komplett ... mein letztes Posting hatte ich verfasst, ohne noch mal in die beiden Schaltpläne zu schauen, rein aus dem Gedächtnis und davon ausgehend dass:
a) Deine Erwähnungen von ADM / Intel aus Posting Nr. 5 zutreffen.
b) Du jedoch den Hauptprozessor irrtümlich als "Grafikkarte" bezeichnest, weil er auch von sich aus einen Monitor ansteuern kann.

Jetzt habe ich noch mal kurz in die Schaltpläne geschaut und sehe in jenem Plan, der als einziger von beiden den AMD-Chip überhaupt enthält, eine etwas komplexere Architektur.
Mein erstes Posting (also Posting Nr. 2 in diesem Thread) ist fehlerhaft, ebenso das Posting Nr. 6. Ich habe Nr. 2 korrigiert und Nr. 6 als fehlerhaft gekennzeichnet, mit gelbem Textmarker.


Mir ging es nur darum ob der Ausgang beider GraKas über den gleichen LVDS-Translator gehen. Wenn Du sagst das ist so, dann ist damit meine Frage geklärt.
Ja, das Display hängt an einen LVDS-Translator. Und davon gibt es nur einen einzigen.
Dieser wird - laut Übersichtsplan auf Seite zwei des Schaltplans - vom Intel Haswell angesteuert. Der wiederum, ist mit dem AMD Mars verheiratet.
Die Signale zum Display gehen aber in jedem Fall immer über den LVDS-Translator.

Geirrt hatte ich mich bei der Beschreibung des Signalweges zum VGA-Port. Der wird nicht direkt vom Hauptprozessor bedient, sondern da sitzt noch der Intel PCH Lynx Point zwischen - was zwar unerheblich ist, für Dein Problem, aber ich will meinen eigenen Schrieb damit korrigiert haben.
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